Salem, Massachusetts: Amerika's Verhexter Hafen

Die Stadt Salem tragt seit den berüchtigten Hexenverbrennungen in 1692 den Spitznamen The Witch City "Hexenstadt". Salem liegt direkt an der Küste, nur ca. 26 km (ca. 30 Minuten) nördlich von Boston und ist bequem per Auto, Zug, Bus oder Schiff erreichbar.

Die Stadt gelangte während der Blütezeit des Handels mit Afrika, den Westindischen Inseln, Rußland, Indien, Sumatra und China im 18. und frühen 19. Jahrhundert als großer Seehafen zu Ruhm und Reichtum. Erst kürzlich wurde Salem wegen seiner geschichtlichen bedeutenden Rolle, und der unvergleichlichen Architekturschätze aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert, als anerkanntes American Historic Treasure gewürdigt.

Salem zieht alljährlich mehr als eine Million internationale Besucher an und hat eines der neuesten Besucherzentren der Region, das vom National Park Service betrieben wird. Die Stadt erfreut sich einer der höchsten Konzentrationen historischer Sehenswürdigkeiten, Museen, Kulturaktivitäten und bietet exzellente Restaurants sowie gute Einkaufsmöglichkeiten an. Hotels und historische Inns mit Übernachtungsmöglichkeiten für jedes Budget findet man überall entlang der Küste und im Inland. Salem bezeichnet sich selbst als America's Bewitching Seaport, Amerika's verhexter Hafen mit ein bißchen Geschichte auf jeden Schritt.

Geschichte auf Schritt und Tritt

Stellen Sie sich Salem vor als: Eine Stadt, in der die ersten Siedler von Fischfang und Seefahrt lebten. Eine Stadt, welche durch den Handel mit fernen Nationen, an Kunstschätze aus aller Welt gelangten ist. Eine Stadt, in der unschuldige Männer, Frauen und Kinder unter der Hexenverfolgung zu leiden hatten. Eine Stadt, die durch den Autor Nathanial Hawthorne Weltruf erlangte. Die Geschichte Amerikas lebt in Salem fort. Beginnen Sie Ihren Besuch am National Park Service Visitor Center direkt im Zentrum von Salem, gegenüber dem öffentlichen Parkplatz, mit einer Multimedia-Presentation über die Geschichte der Stadt und die Schönheiten der Region. Gleich um die Ecke ist das Peabody Essex Museum, das sich der Seefahrertradition, Kunst und Kultur aus aller Welt widmet. Oder besuchen Sie das berühmte Salem Witch Museum (Hexenmuseum) und wohnen Sie einem turbulenten Hexenprozeß von 1692 bei.

Von dort können Sie Ihre Stadtbesichtigung entweder mit einem Salem Trolley oder zu Fuß entlang des, mit einer roten Linie gekennzeichneten, Heritage Trail zum House of The Seven Gables fortfuhren. Im Haus der Sieben Giebel hat Nathanial Hawthorne nicht nur lange Jahre gelebt, es war ihm auch Inspiration für sein gleichnamiges Buch. Wenn Sie sich in der Mittagszeit eine kleine Pause gönnen wollen, können Sie sich in einem der guten Restaurants der Stadt stärken oder ein leckeres Sandwich mit frischem Hummer am Hafen genieBen. Bei leichter Meeresbrise und Möwengeschrei kann man sich die alten Zeiten gut vorstellen, als majestätische Segelschiffe hier ein- und ausführen und Salem einer der aktivsten und namhaftesten Hafen Amerikas war. Bei einem Spaziergang entlang der historischen Derby Wharf passieren Sie das historische Zollhaus, Hübsche Geschäfte laden zum Bummeln ein und der Blick auf den Salem Sound ist atemberaubend.

Am Nachmittag haben Sie dann die Qual der Wahl, was Sie als nächstes unternehmen wollen (und was Sie sich für den nächsten Tag aufheben). Wie wäre es mit einer Walbeobachtungstour oder einem weiterem Museumsbesuch - z.B. im New England Pirate Museum oder im Salem Wax Museum of Witches and Seafarers? Sic könnten auch mit dem Shuttlebus zum Salem 1630 Pioneer Village, einem lebendigen Museumsdorf, am Forest River Park fahren. Oder aber die gespenstischen Tiefen des Witch Dungeon Museum (Hexenkerker) erkunden und das Witch House besuchen, wo ein Richter lebte, der in den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert urteilte. Sp&aulm;ter können Sie sich ausruhen oder einen Spaziergang durch die typisch neuenglische Stadt, inklusive Dorfplatz, machen und die. historische Chestnut Street hinuntergehen. Hier können Sie die majestätischen Herrenhäuser einstiger Kapitane und Aristokraten bewundern, die von Glanz und Reichtum der 19. Jahrhunderts zeugen.

Einen perfekten Abschluß für einen gelungenen Urlaubstag in Salem bieten die ausgezeichneten Restaurante, deren Spezialitatfangfrische, atlantisthe Meeresfrüchte sind, die aber auch andere unwiderstehliche Spezialitäten für jeden Geschmack bieten.

Wer jetzt noch nicht müde ist, kann das Naehtleben auskosten - Musik, Tanz, romantische Dinners. Ansonsten kann man sich in eines der gemütlich- charmanten Hotels und historischen Inns der Stadt zurükziehen und auf die Erlebnisse der kommende Tage einstimmen. Sicher träumen Sie von allerlei aufregenden Abenteuern der Seefahrer oder der Zeit des Hexenwahns, denn schließlich befinden Sic sich ja in Salem, America's Bewitching Seaport.

Die Hexenprozesse yon 1692 in Salem

Im Januar 1692 wurden die Tochter und die Nichte von Reverend Samuel Parris aus Salem Village krank. Der Dorfarzt, William Griggs, wurde gerufen, weil sich ihr Zustand nicht besserte. Es war seine Diagnose, da&zlig; die beiden verhext seien, Diese Diagnose schlie&zlig;lich zum Tod von 19 Männern und Frauen hatte geführt, die der Hexerei bezichtigt wurden. Außerdem wurde ein Mann zu Tode gequetscht, weltere Angeklagte starben im Gefängnis und das Leben vieler Menschen in Salem änderte sich unwiderbringlich.

Um zu verstehen, was sich während der Salem Witch Trials zugetragen hat, muß man die Zeit berücksichtigen, in der die Hexenmanie auftrat. Das Leben in der Massachusetts Bay Colony im 17. Jahrhundert war nicht leicht. Ein stärker Glaube an den Teufel, Unstimmigkeiten zwischen Familien aus dem Salem Village und Rivalitäten mit der nahegelegenen Salem Town, eine kurz vorher aufgetretene Pocken-Epidemie und die Angst vor den Angriffen kriegerischer Indianerstämme schufen einen fruchtbaren Boden für Angst und Aberglauben. Es dauerte nicht lange, da waxen die Gefängnisse voll mit mehr als 150 Männern und Frauen aus dem Umkreis von Salem -sie wurden von jungen Mädchen beschuldigt, an ihren Schmerzen Schuld zu sein. Alle Inhaftierten sahen der Todesstrafe entgegen - wegen Hexerei.

Im Juni 1692 tagte ein Sondergericht, der Court of Oyer and Terminer, zwecks Anhörung der Fälle yon Hexerei in Salem. Unter der Leitung des obersten Richters William Stoughton bestand das Gericht aus Schiedsmännern und Geschworenen. Die erste Verhandlung gait Bridget Bishop aus Salem, der fur schuldig befunden und am 10. Juni gehängt wurde. 13 Frauen und 5 Männer folgten ihm an drei aufeinanderfolgenden Tagen an den Galgen, bevor das Gericht von Governor William Phipps im Oktober desselben Jahres aufgelöst wurde. Der zwecks Ersetzung des Hexengerichts gebildete Superior Court of Judicature lies keinen Geisterglauben als Beweis mehr zu. Denn eben dieser Glaube an die Kraft der Beschuldigten, ihre Opfer durch Hexerei quälen zu können, hatte das Schicksal derer besiegelt, die vom vorherigen Gericht vernrteilt worden waren. Das neue Gericht lies alle noch Inhaftierten frei und begnädigte diejenigen, die auf die Vollstreckung des Urteils warteten. Damit waren die Salem Witch Trials vorbei.

Im Laufe der folgenden Jahre wurden Entschuldigungen gemacht, den Familien der Opfer kamen Entschädigungen zu, Historiker und Soziologen haben diese sehr komplexe geschichtliche Episode untersucht, um die extremen Vorkommnisse jener Zeit besser verstehen zu können. Und es finden sich Parallelen zur Hexenmanie im Salem des späten 17. Jahrhunderts auch in jüngerer Vergangenheit - z.B. in der McCarthy-Aera in den 50er Jahren.